BLOG 20 Maharashtra 2

Do 24.05. Kankavali (km 9554)

Hier ist dieser Fluss die Grenze zwischen Goa und Maharashtra. 

Ich hatte die letzten Tage wieder kein Internet.

Vorgestern war ich in Malvan, von dort habe ich mich nah an der Küste nach Nordwesten bewegt, weil ich dachte, da ist weniger Verkehr. Das war auch so, aber eben auch kein Internet. Absolut kein bisschen. 

Fr 25.05.

Hier in Kankavali ist es aber auch schwach. Nach jedem Schritt musste ich lange warten, bis ich weitermachen konnte, dabei bin ich eingeschlafen. In der Früh muß ich mich gleich auf den Weg machen, bevor es wieder so heiß ist. Jetzt ist es 12 Uhr und ich mach meine erste Hitzepause. Zum Glück gibt es hier Internet. 

Wer meinen letzten Ort gegoogelt hat, konnte sehen, dass ich mich wieder in Richtung Landesinnere bewege. Hier sind die Orte größer, deshalb gibt's da auch Internet. Ohne- ist die Darstellung der Straßenkarte so schlecht, dass ich mich dauernd verlaufe und so habe ich das Gefühl, dass ich nicht vorwärts komme. Also die Küste liegt, zumindest hier im Südwesten von Maharashtra, hinter dem Mond. Dabei ist es wunderschön hier. Aber die Inder sehen es nicht. Sie haben keine Zeit und kein Geld und keinen Kopf für das, was uns Europäern so wichtig ist: Freizeit, Urlaub, Erholung, Wellness, Natur, Schönheit usw. Es gibt ein paar Touristen Orte, aber der große Rest ist einfach noch nicht entdeckt und erschlossen.

Mein Hauptproblem aber ist die Sonne. Wenn man die Bahn der Erde um die Sonne als unseren Tellerrand betrachtet, dann steht die Erdachse um 23 Grad geneigt zu dieser Ebene. Und sie steht nahezu unveränderbar fest im Raum. Das bedeutet, dass der Nordpol einmal zur Sonne geneigt ist, dann ist auf der Nordhalbkugel Sommer, ein halbes Jahr später zeigt er weg von der Sonne, dann haben wir Winter. Dann steht die Sonne 23 Grad südlich vom Äquator, oder senkrecht über dem 23. Grad südlicher Breite (am 21.12.). Am 21.06. steht sie senkrecht über dem 23. Grad nördlicher Breite. Das heißt, sie deckt einen Bereich von 46 Grad ab. Diesen Weg legt sie in einem halben Jahr zurück. Erdumfang : 360 Grad sind etwa 110 km pro Grad x 46 Grad sind 5100 km : 180 Tage = 28 km. Diese Strecke schafft die Sonne also durchschnittlich jeden Tag, momentan ist sie auf dem Weg nach Norden. Wie ich. Ich kann so schnell und weit gehen und laufen wie ich will, die Sonne bleibt senkrecht über mir. Bis kurz vor Neu Delhi. Dort kehrt sie dann wieder um. Das heißt, erst in etwa 2 Monaten wirds langsam besser. Dann hab ich jetzt also Halbzeit und dies betrachte ich als die schwierigste Etappe bisher. 


Und dafür bekommt ein Arbeiter 300 Rupies am Tag (3,60€).