Blog 15 Sri Lanka Süd

So 11.03. Dandugama (km 7109)

Die Seite 14 Tamil Nadu habe ich ins Menü verschoben, jetzt bin ich in Sri Lanka, deshalb gibt es ab sofort eine neue.

Um14 Uhr bin ich hier gelandet, lief alles problemlos, bis auf mein Visum. Das habe ich mit Hilfe eines Reisebüros in Bangalore bestellt. Die Idioten haben bei meiner Nationalität Dänemark reingeschrieben. Ich habe das sofort bemerkt und beanstandet, aber die sagten, das sei nicht so wichtig, das macht nichts. Und ich Vollidiot hab mich darauf eingelassen. Heute sagte der Diktator vom Einreise Schalter, das Visum ist damit ungültig, ich muss ein neues machen. Kostet 40 Dollar. In Bangalore habe ich 100 € gelöhnt. Beide 30 Tage, Verlängerung nicht möglich. Wieso können die solche offensichtlichen Fehler nicht einfach ausbessern? Dies halte ich für einen sehr unfreundlichen Akt und reine Geldschneiderei. Zum Glück ging es schnell, nach 10 Minuten hatte ich es.

Es lohnt sich sicher nicht, nach Bangalore zurück zu fahren und mit denen um Schadensersatz zu streiten. Der Aufwand wäre zu groß, und ein Erfolg ungewiss. Ich werde mich die nächsten Tage bemühen, es zu vergessen. Die Bankkarte funktioniert hier reibungslos, und meine neue Sim Karte auch. 

Dandugama liegt auf dem Weg zwischen Flughafen und Colombo. Hu

Mo 12.03. Colombo (km 7141)

Ich habe übers Internet die Adresse des Büros ausfindig gemacht, das die Visa Anträge für Indien bearbeitet. In 4 Wochen muss ich ja wieder zurück. Auch hier macht das die Botschaft nicht selbst. 

Riesige Allee Bäume gibts hier, 2m Stammdurchmesser ist nichts besonderes. 

Und sie schätzen ihren Wert so hoch ein, dass sie sogar Brücken über die Wurzeln bauen. 

Di 13.03. Galle (km 7157)

Die Adresse vom Visa Center war richtig, ich war kurz vor der Öffnung da und nach eineinhalb Stunden war alles erledigt, incl. Fotos und Kopien vom Pass. Aber jetzt dauert es noch eine Woche, dann muss ich meinen Pass abgeben, und nochmal 3 Tage warten. Ich kann aber auch später kommen. Hat auch wieder 100€ gekostet und gilt wieder für 6 Monate.

Das bedeutet, ich habe mich jetzt auf China festgelegt, zumindest auf den Versuch. Bis gestern habe ich noch mit dem Gedanken gespielt, meinen Routenplan zu ändern und über Indonesien, Australien und Südamerika zu reisen. Als Plan B behalte ich mir das aber weiterhin vor. 

Jetzt bin ich am Bahnhof Fort in Colombo und warte auf den Zug nach Galle. Die Insel ist zu groß, um die ganze Umrundung in 4 Wochen zu schaffen, da muss ich öfter mal öffentliche Verkehrsmittel benutzen.

Sri Lanka ist nicht ganz so groß wie Bayern, hat aber fast doppelt so viele Einwohner, also genau das doppelte pro qkm.

75% der Bevölkerung sind Singhalesen, 11% Sri Lanka Tamilen (die bewohnen den Norden und Nordosten), und 4% Tamilen aus Indien, die von den Engländern für die Kaffee und Tee Plantagen angeworben wurden. Die Sprachen sind dementsprechend Singhalesisch und Tamil. Die Englisch Kenntnisse sind hier etwas  besser als in Tamil Nadu. 

Die Fahrkarte war ähnlich billig wie in Indien, für 140 km etwa 65 Cent. Dafür war dieser Zug überfüllt. Die Gänge waren voll, auch zwischen den Waggons und vor den Türen, die selbstverständlich offen blieben. Wenn da jemand in dem Gedränge und Geschubse rausfällt, hat er eben Pech gehabt. Und ich dazwischen mit meinem Großgepäck. Aber auch dort ertragen die Leute alles mit Engelsgeduld. Irgendwann stieg ein Schaffner zu, der einzige, den er kontrollierte, war ich, weil er im Zug mit seinem Bauch nicht durchkommt. Und er hatte einiges auszusetzen. Erstens habe ich eine Fahrkarte 3. Klasse, bin aber in einem Wagen der 2. Zweitens, wo ist das Ticket für mein Gepäck? Hat mir niemand gesagt, dass ich sowas brauche. Das kostet jetzt 3000 Rupies (etwa 17€). Zahlbar am Bahnhof in Galle. Gemessen an den 65 Cent ist das eine hohe Strafe. Ich hatte bis Galle noch eine Stunde Zeit, da hab ich mit meinem Google Übersetzer eine entschuldigende Erklärung gebastelt. Dass ich die Schrift nicht lesen kann, dass ich hier zum ersten Mal mit dem Zug fahre, keine Ahnung von 3 Klassen hatte und davon, dass mein Gepäck extra kostet, und dass mir das beim Karten Kauf auch niemand gesagt hat. Ich habe gebeten, ausnahmsweise von einer Strafe abzusehen, den regulären Fahrpreis 2. Klasse für mich und mein Gepäck würde ich gerne bezahlen.

Am Bahnhof Galle hat mich der Schaffner abgefangen und als Übeltäter an eine vorgesetzte Beamtin übergeben. Die führte mich mit strenger Miene in ein Büro. Auf dem Weg dorthin habe ich sie gefragt, ob ich das erklären darf, und hab ihr mein Smartphone unter die Nase gehalten. Erstaunt fragte sie, ob ich diese Übersetzung gemacht habe. Sie kennt die Möglichkeiten, die dieses Gerät bietet, offensichtlich nicht. Dann hat sie meine Entschuldigung den anderen Beamten mit sichtlichem Vergnügen vorgelesen. Damit war klar, dass ich gewonnen habe. Ich musste dann nur 360 Rupies nachzahlen, das sind 2€.

Ich hatte gerade noch Zeit vor der Dunkelheit, dieses Bild vom Strand zu machen. 

Mi 14.03. Midigama Beach (km 7184)

Seit ich auf Sri Lanka bin, regnet es immer wieder ein bisschen, und das soll auch die nächsten Tage so bleiben. Heiß ist es trotzdem.

In Colombo hab ich kaum Männer mit Röcken gesehen, hier in Galle ist es, wie in Tamil Nadu, eine Mehrheit. Meist tragen sie darunter Unterhosen, manchmal auch Shorts, es gibt aber auch Männer, die sich sowas nicht leisten können. Hab ich gesehen! Diese Röcke sind ziemlich praktisch, innerhalb von 2 Sekunden machen sie daraus einen Minirock, sie benutzen ihn als Handtuch, als Putzlappen, als Serviette, notfalls kann man sogar hinein schneuzen. 

Solche teilweise ziemlich schmuddeligen Gaststätten, kaum größer als eine Garage, heißen " hotel". Den Fetzen, mit dem sie die Tische abwischen, würde bei uns niemand mehr für den Fußboden benutzen, und ausgewaschen wird er nie. Ich mag nicht mal meine Ellbogen auf dem Tisch abstützen. Aber durchfallmäßig ist mir noch nichts passiert.

Hier hinein bin ich vor dem Regen geflüchtet und habe gefrühstückt.

Jetzt ist grad Übergangszeit zum Monsun, der hier eigentlich erst im April beginnt, aber der Südosten ist die regenreichste Region, da regnet es im Jahresmittel dreimal so viel wie in Deutschland. Es sieht hier auch aus, wie man sich einen Regenwald vorstellt. Intensiv grün und dichtester Dschungel. 

Mangroven 

Ein Teil des Lebensmittel Angebots ist in solchen Vitrinen ausgestellt. Das ist frittiertes Gebäck mit den verschiedensten Füllungen, das meiste davon ist scharf, sogar Süßes kann scharf sein. 

Dieses kleine Ungeheuer war dabei, die Straße zu überqueren, von hinten kam aber eine ganze Kolonne Fahrzeuge, da bin ich im Abstand von 3m neben ihm über die Straße gegangen und habe als Echsenlotse den Verkehr gestoppt. Ein paar Leute haben das beobachtet und mir anschließend für diese spontane Hilfe gedankt.

Der Regen am Vormittag war der einzige heute. Nachmittags kam die Sonne raus und jetzt ist sternenklare Nacht. Ich habe vor, hier am Strand zu schlafen. 

Do 15.03. Matara (km 7209)

Die Nacht war ruhig, niemand hat mich gestört, wunderbarer Sternenhimmel, der Orion steht nach Sonnenuntergang senkrecht über mir. 

Diese Frucht kenne ich nicht. Ist so groß wie ein mittelgroßer Kürbis, Kerne wie eine ausgewachsene Gurke, zu hart zum Essen und das Fruchtfleisch erinnert an Birne, ist aber so weich, dass man es löffeln muss. Ich habe nur die Hälfte geschafft. 

Das kenne ich von Spanien, dort heißt es Chirimoya. Auch das erinnert geschmacklich an Birne, da ist aber noch Banane und Zitrone dabei und es schmeckt süß. 

Auch da bin ich am besten mit dem Löffel zurecht gekommen. Die Kerne sind so groß wie Bohnen und steinhart. Ein Stück ist ausreichend sättigend. Die gibts aber auch größer und kleiner.

Obst ist im Vergleich zum sonstigen Preisniveau sauteuer. Kilopreis durchschnittlich ein €. Das entspricht etwa einem Mittagessen, wenn man nicht gerade in ein Touristen Restaurant geht. Das war in Indien genauso. Gemüse kostet nur halb so viel. 

Matara ist die südlichste Stadt von Sri Lanka, liegt auf 6 Grad nördlicher Breite, das heißt, über dem Äquator. Das entspricht in Afrika dem Süden von Äthiopien, 

Heute war entgegen der Wettervorhersage  den ganzen Tag wolkenlos. Ich hätte beinahe einen Sonnenstich bekommen, obwohl ich mittags mindestens 2 Stunden an einem schattigen Platz Siesta mache, manchmal auch 3. Ich fühlte mich so schlapp als wäre ich krank. Was da als Aufputschmittel geholfen hat, war eine kalte Cola und nochmal eine Stunde Pause. Ich habe das Gefühl, dass mein Potential an Pigmenten aufgebraucht ist, mehr kann ich nicht. Das bedeutet, ich muss mich dauerhaft vor der Sonne schützen, zumindest jeden 2. Tag. Das heißt: heute lange Hose und oben kurzärmelig oder ärmellos, morgen kurze Hose und oben langärmelig. Beides lang kann ich auch nicht, da sterbe ich an Überhitzung. Und immer ein mir absolut unsympathisches Käppi, weil die Nase am empfindlichsten ist. Die hält auch nicht jeden 2.Tag die volle Sonne aus. Manchmal mit Kopftuch. Zu Mittag steht die Sonne jetzt fast senkrecht über mir. Nächste Woche erreicht sie den Äquator, dann steht sie hier 6 Grad südlich vom Zenit. 

Übrigens muss ich der Menschheit mein aufrichtiges und herzlichstes Beileid aussprechen zum Tod von Stephen Hawking. 

Fr 16.03. Kudawella (km 7237)

Von hier aus nach Norden. 

Die absolute Südspitze von Sri Lanka, in Dondra, Dragon Mouth. Blick nach Süden. 

Sa 17.03. Ambalantota (km 7275)

Das muss ein Chirimoyabaum sein. 

Nochmal in Nahaufnahme. 

Mit solchen Booten fahren die Fischer (nicht erst bei Sonnenuntergang) aufs Meer hinaus. 

Hier ist, wie könnte es anders sein, helle Haut das Schönheitsideal. Ich schäme mich fast dafür und die Sri Lanker (auch die Inder) beneiden mich darum. Deshalb sieht man Frauen am helllichten Tag mit Regenschirm rumlaufen. Das hat mir zu denken gegeben, Das Ergebnis: ich mach das jetzt auch. Zumindest während der schlimmsten Mittagshitze. 

Di 20.03. Wellawaya (km 7387)

So lange hatte ich wieder kein Internet. Und das wäre die nächsten Tage wohl so weiter gegangen, deshalb bin ich jetzt auf einen anderen Provider umgestiegen. Die alte Sim Karte war von "airtel", hab ich am Flughafen in Colombo gekauft, weil die behauptet haben, sie wären die besten, und die Karte arbeitet überall in Sri Lanka. Das war eine glatte Lüge. Wenn ich zurück nach Indien fliege, mach ich dort Rabatz. Jetzt habe ich eine Sim Karte von "dialog", und die funktioniert, hier wenigstens. Sie behaupten auch, die würde in ganz Sri Lanka arbeiten. Bin ja gespannt. Die hat mit 5 Gigabyte Daten Volumen 500 Rupies gekostet, das sind etwa 2,50€.

Hier hat jede Straßenlaterne ihren eigenen Lichtschalter. Zufällig habe ich beobachtet, wie ein Anwohner seine frühmorgens ausgeschaltet hat. Das habe ich dann bei den nachfolgenden, die noch an waren, auch gemacht. 

Die Früchte sehen auch aus wie Gurken, sind aber nicht essbar. Das Innere wird getrocknet und zerfasert und dient dann als Polster Füllung. 

Pomelos (Pampelmusen) 

Buduruwagala. Das heißt Buddha Statuen aus Stein. Es sind etwa 1100 Jahre alte Reliefs, die mittlere ist 16m hoch und damit die größte von Sri Lanka. Farbreste lassen vermuten, dass sie mal bemalt waren. 

Das ist die Küche in einem durchschnittlichen Bauernhaus. Rechts sieht man ein Lagerfeuer auf einem großen Stein, zwischen Wand und Dach sind Lücken, durch die der Rauch abziehen kann. Die ganze Küche ist ziemlich verraucht und nur durch einen Vorhang vom Wohnzimmer getrennt. Ich hab das mal in einem Bauernhaus Museum gesehen, vor 150 Jahren war das bei uns auch so. Aber die haben hier auch Fernseher und Smartphone. 

Die Frage nach Neujahr in Sri Lanka muß ich hier beantworten. Das Datum wird vom astrologischen Kalender festgelegt, dieses Jahr am 13. oder 14. April. Es gibt auch eine Zeit "zwischen den Jahren", da darf man sich nicht waschen, nicht kochen, nichts essen und nicht arbeiten. Dafür wird an Neujahr umso ausgelassener gefeiert, mit absonderlichen Ritualen.

Dieser Kalender legt auch fest, wann der Herd wieder befeuert werden darf oder muss und wann der Milchreis serviert wird. Es gibt diese sogenannten Poems. Da bekommt man vom Chef oder vom Vater oder vom Obermönch ein Geschenk, muss dann vor ihm niederknien, den Kopf vor seinen Füßen bis zum Boden, und sich auf diese Weise für alles bedanken. Für sein Leben, die erhaltene Fürsorge, den Lohn usw.

Singhalesen und Tamilen feiern am selben Tag Neujahr. 

In Indien ist es wieder anders, da war bis 1990 ein eigener Kalender, mit Neujahr am 21.03. Da steht die Sonne senkrecht über dem Äquator und Tag und Nacht sind überall auf der Welt gleich lang. Inzwischen hat aber unser gregorianischer Kalender die Oberhand gewonnen und das Neujahrsfest am 01.01. hat mehr Bedeutung.

Dieser Frühlingsbeginn ist auch im Iran der Anfang des neuen Jahres (nicht etwa der Geburtstag von Mohammed), und in vielen Ländern ist es Anlass für mehr oder weniger bedeutende Frühlingsfeste. 

Mi 21.03. Ambegoda (km 7427)

Seit Beginn meiner 2. Etappe in Teheran habe ich keine solchen Berge mehr erlebt. Heute waren es 1200 Hm. Dafür wars dann nachmittags nicht mehr so heiß. 

Ein Blick zurück. 

Mein Übernachtungsplatz liegt auf 1100m.

Do 22.03. Nuwara Eliya (km 7465)

Frühmorgens um 6 war es direkt kalt. Und heute bin ich auf 1900m. Den ganzen Tag nur auf und ab. Heute hatte ich noch keinen Muskelkater, aber ich befürchte morgen. 

Den habe ich gestern, noch weiter unten, fotografiert, hier oben gibts die nicht mehr. Aber jetzt weiß ich, was das ist. Es sind Papayas. 

Hier ist ein Stausee, der Gregory Lake, da gibts einen Parkplatz und dahinter ist eine Wiese. Da laufen Kühe und Pferde und Hunde herum, dort hab ich mein Zelt aufgestellt. Auf dem Parkplatz ist eine Gaststätte, die beschallt mich mit Musik, klingt nach Schmachtfetzen. Ich hoffe, das läuft nicht die ganze Nacht. 

Nördlich vom See ist der höchste Berg von Sri Lanka, der Pidurutalagala, 2534 m hoch. Den erspare ich mir aber, dort gibt es nämlich Leoparden. 


Sri Lanka ist komplett auf Tourismus eingestellt, und es sind auch viele da. Vor ein paar Tagen habe ich hier Ulli Reißig mit seiner Familie getroffen, mit Fahrrädern. Die Tochter ist 8 und war schon auf vielen Reisen dabei. Er macht das seit 30 Jahren. Er ist Lehrer und hat sich für das Sabbat System entschieden. Da muss er immer 3 Jahre arbeiten, dann hat er ein Jahr frei. Und immer 75% vom Lohn. Mit Diavorträgen kann er auch einen Teil seiner Reisen finanzieren. 


Fr 23.03. Tawalantenne (km 7496)

Heute früh war es saukalt. Ich musste 2 lange Hosen anziehen, einen langen Pulli und noch die Winterjacke.

Es ging dann noch weiter bergauf, der höchste Punkt war 2020m und von da nur noch abwärts. Jetzt bin ich auf 1000 m und die Temperaturen sind angenehm. 

Westlich vom höchsten Punkt, also seit es abwärts geht, Tee Plantagen überall, soweit das Auge reicht. 

Tee aus der Nähe. Ich wußte nicht, dass das so holzige Pflanzen sind. Man muß also die Blätter einzeln abzupfen. 

In dieser Gaststätte habe ich einen Kaffee getrunken. Ich saß auf der Terrasse über einem Fluss, die war mit Wellplexi überdacht. Plötzlich lautes Gepolter über mir, ein Affe ist darüber gelaufen. Der Rest der Sippe war schon am anderen Ufer. Da hat der Ober ein Gewehr geholt und auf die Affen geschossen. Es war zum Glück nur ein Luftgewehr, ich glaube, auf die Entfernung hätte er sie nicht töten können, wenn er getroffen hätte. Aber sie haben gemerkt, dass er auf sie schießt und sind schleunigst verschwunden. Diese Affen sind gut doppelt so groß, wie die indischen. 

Die Musik gestern hat irgendwann aufgehört, aber ich bin vorher eingeschlafen. Und der Berg, hab ich gelesen, ist verbotene Zone, militärisches Sperrgebiet. Mit einem Taxi lassen sie die Leute durch, aber nur mit strengen Kontrollen. Auch das ist mir zu blöd. 

Sa 24.03. Wegiriya (km 7527)

Heute übernachte ich auf 500m Höhe, und hier ist es schon wieder zu warm. Hier hab ich auch den ersten Papaya Baum wieder gesehen. Jetzt hab ich doch Muskelkater. Weniger vom bergauf gehen, sondern vom bergab. 

Noch ein Stausee tief unter mir. 

So 25.03. Colombo (km 7549)

Morgen habe ich ein Date beim indischen Visabüro in Colombo, jetzt (17:30) sitze ich am Bahnhof in Gampola, in einer halben Stunde fährt der Zug nach Colombo. Habe mich den halben Tag in Gampola rumgetrieben, hier habe ich auch die Familie (Uli Reissig heißt er richtig) wieder getroffen, schon zum 3. Mal. Das war für mich eine interessante, informative und entspannte Stunde bei einer Tasse Kaffee. Dass man sich zweimal trifft wenn man ungefähr den gleichen Weg geplant hat, sehe ich ja noch ein. Aber dieses 3.Treffen war schon ein sehr unwahrscheinlicher Zufall. Und am meisten hat es sich die Tochter gewünscht, mich wieder zu treffen. Da habe ich wohl einen starken Eindruck hinterlassen, worauf ich ziemlich stolz bin. 

Jackfruits 10 m über mir, mittig über der Straße. Ich hätte nicht gedacht, daß diese Bäume so groß werden. 

So sieht es aus, wenn eine herunter fällt. Dadurch bin ich überhaupt darauf aufmerksam geworden. Ich möchte nicht getroffen werden. 

Aus solchen Fruchtstücken (rechts) besteht die Jackfruit innen und da drin ist nochmal so ein Kern (links). Das Fruchtfleisch hat einen so eigenen Geschmack, den kann ich mit nichts vergleichen, schmeckt einfach köstlich. Das wird auch gekocht, dann ist es fast noch besser. 

Mein Sitznachbar auf der Bank am Bahnhof. Der kann das lesen! 

Ein anderer Zug auf Gleis 2

Mo 26.03. Colombo (km 7560)

Vor dieser Fahrt habe ich noch behauptet, Zug fahren sei immer noch sicherer als Bus. Jetzt ziehe ich diese Aussage zurück. Die Gleise sind inzwischen so krumm und bucklig, dass die Waggons abenteuerliche Hopser und seitliche Ausschläge machen. Wenn man sich auf den Stehplätzen nicht gut festhält, besteht ernsthafte Verletzungsgefahr. Und wenn man wie ich im Eingangsbereich steht und die horizontalen und vertikalen Bewegungen des Nachbarwaggons in Relation zum eigenen sieht, wird einem Angst und Bang.

5 kmh schneller und der Zug entgleist. Das schwöre ich. Der Lokführer muß das erlebt haben, sonst wüsste er nicht so genau, wo die Grenze ist. Und an die tastet er sich bis auf Haaresbreite heran. Er muß die gleiche Kamikaze Mentalität haben, wie die Busfahrer. Ich habe darüber mit einem anderen Passagier gesprochen, der hat das viel gelassener gesehen wie ich. Ja mei, Sri Lanka ist ein armes Land und eine Reparatur oder Erneuerung der Gleise viel zu teuer, und der Lokführer versucht halt nur, seinen ambitionierten Fahrplan einzuhalten. Und da können manche Passagiere im Stehen schlafen. Dass sie wirklich schlafen, erkennt man an den entgleisten Gesichtszügen. 

Di 27.03. Colombo (km 7579)

Auf dem Weg zum Botschaftsbüro bin ich wieder an dem Baum mit der Fußgängerbrücke vorbei gekommen. Von der Seite sieht man es noch besser.

Allein das Passabgeben dauert eine Stunde, obwohl ich in der Warteschlange der 2. war. Am Mittwoch kann ich ihn wieder abholen. Für die 2 Nächte habe ich mir wieder ein Hotel gesucht, ist allerdings 5 km entfernt, weil das Büro in einem Nobelviertel liegt. Es hat kein Fenster und kostet etwa 8€ pro Tag. Ohne Frühstück. 

Der neue, zukünftige (im August soll er fertig werden) Fernsehturm heißt Lotus tower, ist mit 350 m das höchste Gebäude von ganz Südasien und steht an einem künstlichen See mitten in der Stadt, den die Portugiesen da aufgestaut haben, aus Sicherheitsgründen, damit Feinde die Stadt nicht so leicht einnehmen können. 

Es dauert schon wieder ewig, bis meine Seite aufmacht und ich schreiben kann. Ich muss also Sri Lanka auf 2 Seiten verteilen, ich nenne  die Seite 15 Sri Lanka Süd und beginne morgen eine neue Seite 16, Sri Lanka Nord. Weil ich morgen, wenn ich meinen Pass wieder habe, mit dem Zug nach Norden fahre, mich dort ein bisschen umsehe, und dann ca. 370km zu Fuß zurück zum Flughafen gehe/laufe. Das könnte sich ausgehen (dieser letzte Satz ist stark bayerisch / österreichisch gefärbt. Ich muss meine Anpassung an dieses Viertel der Welt nicht leugnen. Hält sich eh in Grenzen).